New Work & Arbeiten 4.0: Was sich dahinter verbirgt

Aus der Perspektive der geöffneten Tür zum Balkon oder zu einer Büro-Terasse sieht man einen Mann im Sessel mit einem Laptop auf dem Schoss. Er schaut zum Bildschirm und wirkt nachdenkend.

Die Digitalisierung der Wirtschaft wird inzwischen als vierte industrielle Revolution gesehen. Sie verändert Unternehmen und die Art, wie wir arbeiten. Wir verraten, was sich hinter den Begriffen New Work und Arbeiten 4.0 verbirgt.

Arbeiten 4.0 und New Work – Das steckt hinter den Begriffen

Feste Bürozeiten, tiefe Hierarchien und wenig Gestaltungsvielfalt für Angestellte - so sah der Arbeitsalltag für die meisten Menschen in den vergangenen Jahrzehnten aus. Diese starren Strukturen sind aber zunehmend einem Wandel ausgesetzt: Durch die Digitalisierung aller Lebensbereiche und die Tendenz zur Industrie 4.0 ändert sich auch die Art, wie wir arbeiten.

Der austro-amerikanische Sozialphilosoph Frithjof Bergmann hat dazu das Konzept der New Work  geprägt. Er geht davon aus, dass das bisherige Arbeitssystem veraltet ist und sich unsere Gesellschaft im Wandel von einer Industrie- zu einer Wissensgesellschaft befindet. Daher verwandeln sich auch die klassischen Arbeitsstrukturen und weichen flexibleren Strukturen. Davon sind sowohl Arbeitsräume und -zeiten als auch Unternehmensstrukturen betroffen.

New Work bzw. Arbeiten 4.0 eröffnet Arbeitnehmern Freiräume für Kreativität und Entfaltung der eigenen Persönlichkeit. Die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben vermischen sich, weil Mitarbeiter immer seltener an starre Bürozeiten und Arbeitsplätze gebunden sind: Mit einem Laptop und einem stabilen Internetanschluss können sie im besten Fall von jedem Ort der Welt aus arbeiten. Gleichzeitig übernehmen Angestellte eine höhere Eigenverantwortlichkeit, da starre Hierarchien einer modernen und demokratischen Führungskultur weichen. Gerade Personaler stehen somit einer neuen Arbeitskultur gegenüber, die von Unternehmen neue Infrastrukturen und flexible Ansätze verlangt.  

Die Digitalisierung der Arbeitswelt in Deutschland - Fluch oder Segen?

Flache Hierarchien, flexible Arbeitszeiten und Möglichkeiten des Home-Office: Diese Prinzipien praktizieren Start-Ups schon seit vielen Jahren. Doch auch in traditionsreichen Unternehmen wird die Digitalisierung der Arbeit immer wichtiger. Aus diesem Grund ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung davon überzeugt, dass der Erfolg des Wirtschaftsstandorts Deutschland zukünftig davon abhängen wird, wie konstruktiv sich Unternehmen die Digitalisierung zunutze machen. Aus diesem Grund hat das Ministerium eine Hightech-Strategie für Deutschland entwickelt, die hier einsehbar ist.

Wie digitalisiert Arbeitsplätze in Deutschland bereits sind, lässt sich nicht pauschal beantworten. Eine Studie der Beratungsagentur Ernst & Young zeigt, dass die digitale Durchdringung des deutschen Arbeitsmarkts noch sehr unterschiedlich ist. Während Berliner Unternehmen bundesweit führend bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle sind, drohen kleine Mittelständler zurückzufallen. Besonders Unternehmen in den neuen Bundesländern hinken bei der Digitalisierung noch zurück.

In vielen Fällen verzichten Unternehmen jedoch nicht freiwillig auf die Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle: Jeder fünfte Mittelständler klagt inzwischen, dass ihm qualifiziertes Personal fehlt, um überhaupt oder weiter in die Digitalisierung zu investieren. Der Fachkräftemangel ist daher das größte Hemmnis der Digitalisierung. Weitere 15 Prozent der befragten Unternehmer gaben zudem an, dass sie nicht über das nötige Wissen verfügten und 13 Prozent fehlen finanzielle Möglichkeiten für Digitalstrategien.

Wie sieht die Zukunft der Arbeit aus?

Welche Trends erwarten uns bei der Digitalisierung der Arbeitswelt? Darüber gibt eine qualitative Studie der Universität St. Gallen für die Telekom Aufschluss. Auf Grundlage von 31 Leitfadeninterviews haben die Wissenschaftler 25 Thesen zur Zukunft der Arbeit aufgestellt. Die wichtigsten Punkte:

  • Feste Firmenhierarchien und starre Betriebszugehörigkeiten werden aufgelöst. Gefragt sind hochspezialisierte Fachkräfte, die sich weltweit vernetzen und von Firmen bei Bedarf gebucht, aber nicht immer fest eingestellt werden.

  • Computer und Maschinen werden in Eigenregie immer größere Datenmengen verarbeiten. Mitarbeiter müssen sinnvolle Schlüsse aus den Daten ziehen. In Hochlohnländern wachsen vor allem personenbezogene Dienstleistungen – zum Beispiel Pflegeberufe.

  • Klassische Büros wird es zukünftig vor allem zur Netzwerkpflege geben. Arbeiten per Laptop im Home-Office ist weltweit und rund um die Uhr möglich. Die zunehmende Individualisierung der Arbeitszeit führt dazu, dass Beruf und Privatsphäre verschmelzen. Selbstmanagement ist daher eine Schlüsselqualifikation.

Investitionen in die Arbeit 4.0 sind für Unternehmen eine große Aufgabe, die Sie mit Ihrem Business jedoch nicht lange vor sich herschieben sollten: Flexible Arbeitsmöglichkeiten sind ein wichtiges Mittel, damit Sie im „War for Talents“ überzeugen und den Fachkräftemangel im eigenen Unternehmen in Schach halten.

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