Silicon Valley vs. Deutschland - Es kann nur einen geben?!

Auf dem Bild ist ein langer heller Korridor zu sehen, mit technischen Applikationen im hinteren Teil. Das Bild sieht futuristisch aus.

Silicon Valley vs. Deutschland: Der Start-Up Boom ist auch in Deutschland angekommen. Doch können deutsche Gründer im Vergleich mit den USA bestehen? Und was können deutsche Gründer von ihren Vorbildern im Silicon Valley lernen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen!

Lange war die deutsche Wirtschaft vor allem von Traditionsunternehmen geprägt, die mit ihren Produkten auf Ingenieurskunst setzten. Auch wenn Maschinenbau ‘Made in Germany’ weiterhin weltweit gefragt ist, stellen deutsche Unternehmer zunehmend ihre Innovationsfreude im digitalen Bereich unter Beweis. Besonders Städte wie Berlin und Hamburg sind für ihre hohe Start-up-Dichte bekannt. Doch können deutsche Gründer im Vergleich mit den USA bestehen? Was läuft auf der anderen Seite des Atlantiks besser?  Und was können deutsche Gründer von ihren Vorbildern im Silicon Valley lernen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Berlin - das deutsche Silicon Valley?

Ein Blick auf die Zahlen aus der deutschen Start-up-Szene zeigt erst einmal eine positive Entwicklung: 2017 konnten die Gründer deutlich mehr Kapital als in den vergangenen Jahren einsammeln, wie das Start-up-Barometer der Unternehmensberatung Ernst & Young zeigt. Im Vergleich zum Vorjahr stieg das Volumen um 88 Prozent, obwohl die Zahl der abgeschlossen Deals annähernd gleich blieb. Auch für das erste Halbjahr 2018 stellt E&Y der deutschen Gründerszene ein positives Zeugnis aus: In den ersten sechs Monaten konnten Start-ups bereits 2,4 Milliarden Euro Kapital gewinnen.

Auffällig ist, dass ein Großteil der Investitionssumme nach Berlin fließt. Laut der Studie bleibt die Hauptstadt der “unangefochtene Hotspot der deutschen Start-up-Szene”. Berliner Gründer konnten fast genauso viel Kapital einsammeln wie junge Unternehmen in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Hessen und Baden-Württemberg zusammen - nämlich 67 Prozent des gesamten Kapitals, das in die deutsche Start-up-Szene investiert wurde. Ein Blick auf die Branchen zeigt, dass vor allem der E-Commerce, die FinTech- und die Software-Branche Investoren von sich überzeugen konnten.

Die Studie verdeutlicht, dass sich deutsche Gründer keinesfalls verstecken müssen. Dennoch ist auffällig, dass die disruptiven Innovationen der vergangenen Jahre aus den USA stammen: Unternehmen wie Amazon, Google und Facebook, die das Leben von Milliarden Konsumenten nachhaltig verändert haben, wurden fast ausnahmslos jenseits des Atlantiks gegründet. Das Silicon Valley gilt deutschen Gründern daher noch immer als Sehnsuchtsort. Zurecht?

Deutsche Skepsis vs. amerikanische Innovation

Ein Vergleich des Silicon Valleys mit Deutschland zeigt: Nicht alles läuft dort anders, aber zumindest vieles. Denn in den USA haben die meisten Unternehmer mittlerweile verstanden, dass ihre Zukunft in der Digitalisierung liegt. Diese Einsicht beginnt bereits mit dem Studium. So bringt das anerkannte Massachusetts Institute of Technology (MIT) beispielsweise Ingenieure und Ökonomen von einer angegliederten Business School zusammen. Die Botschaft dahinter: Unternehmen aus einer rein betriebswirtschaftlichen Sicht zu führen, reicht heute nicht mehr aus. Gebraucht wird stattdessen ein interdisziplinärer Ansatz, der Wirtschafts- und Technikexperten zusammenführt. Diese Grundlage setzt sich in den Chefetagen der amerikanischen Unternehmen durch: Die Entscheider in Unternehmen wie Google, Facebook und Co. haben oftmals einen technologischen Hintergrund, während deutsche Unternehmen weiterhin meist von Betriebswirten geführt werden.

Insgesamt messen amerikanische Unternehmer der Digitalisierung einen höheren Stellenwert bei. So zeigt eine gemeinsame Studie der Digitalberatung Etventure und der Meinungsforschungsinstitute YouGov und GfK unter 300 Entscheidern, dass der digitale Rückstand deutscher Unternehmer im Vergleich zu ihren amerikanischen Kollegen weiterhin beträchtlich ist: In den USA sehen sich mehr als doppelt so viele Unternehmer “gut” oder sogar “sehr gut” auf die digitale Transformation vorbereitet. 90 Prozent der US-amerikanischen Entscheider glauben, dass ihre Mitarbeiter für den Wandel gut qualifiziert sind - in Deutschland trauen gerade einmal 42 Prozent ihren Angestellten diese Kompetenz zu. Zugleich ist die Skepsis vor der Digitalisierung deutlich geringer ausgeprägt. So befürchten in den USA gerade einmal vier Prozent der Unternehmer, dass durch den digitalen Wandel Arbeitsplätze verloren gehen könnten. In Deutschland äußerten 20 Prozent der Befragten diese Angst.

Lektionen aus dem Silicon Valley

Wer glaubt, dass die amerikanischen Pioniere ohnehin uneinholbar seien, hat bereits verloren. Denn ihr Erfolg gründet sich gerade auf die Strategie, das eigene Geschäftsmodell jeden Tag auf die Probe zu stellen. Diese “gesunde Paranoia”, wie der Digital-Experte Stefan Stoll es im smapOne-Interview ausgedrückt hat (LINK), sollten sich auch deutsche Unternehmen zu Herzen nehmen: Wer jeden Tag überlegt, welche Konkurrenten ihn einholen könnten, ruht sich nicht auf dem eigenen Erfolg aus und bleibt innovativ.

Zum amerikanischen Erfolg gehört aber nicht nur stark ausgeprägter Ehrgeiz, sondern auch Mut. Während deutsche Unternehmer oftmals vor Innovationen zurückschrecken und lieber am etablierten Geschäftsmodell festhalten, wagen sich amerikanische Entscheider immer wieder aus der Komfortzone heraus. Ihr Motto lautet: “Fail often, fail fast and fail cheap!” Übersetzt heißt das: Scheitern bringt jeden voran - solange es in einem kontrollierten Prozess stattfindet, der eine Fehleranalyse und eine Verbesserung des Prozesses zulässt.

An diesem positiven Verhältnis zum Scheitern mangelt es in deutschen Unternehmen oftmals, da viele Vorgesetzte ihren Mitarbeitern noch immer das Gefühl vermitteln, dass Fehler nicht erwünscht sind. Dabei gilt in den meisten Fällen das Motto des amerikanischen Managementberaters Laurence Johnston Peter: “Fehler vermeidet man, indem man Erfahrung sammelt. Erfahrung sammelt man, indem man Fehler macht.”

Der Vergleich mit den USA zeigt: Deutschland ist zwar in puncto Innovationen und Unternehmensgründungen auf einem guten Weg. Es braucht aber für die Zukunft in vielen Bereichen mehr Mut, sich aus der Komfortzone heraus zu wagen und Abweichungen von den altbekannten Wegen zuzulassen. Nur wer akzeptiert, dass dabei auch mal Fehler passieren können, wird auf dem Weg zum Business 4.0 bestehen.

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