Am von Sven Zuschlag in Industrie 4.0

Status Quo der Digitalisierung in Deutschland

Industrie 4.0? So steht es um die digitale Transformation der deutschen Industriebranche.

Das Bild zeigt einen langen Korridor zwischen vielen grauen IT-Servern.

Industrie 4.0 ist eines der Schlagwörter, die zur Zeit Wirtschaft und Politik beschäftigen. Gemeint ist damit die vierte Industrielle Revolution durch die Digitalisierung aller Wirtschaftszweige ─ nach Erfindung von Dampfmaschine, Fließband und Computer. Bereits jetzt setzen Unternehmen intelligente Produktionsanlagen ein, die mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik vernetzt sind. Doch nicht nur Maschinen sind innerhalb eines Unternehmens vernetzt. Auch Mitarbeiter werden in Echtzeit über den Produktionsstand informiert, kommunizieren über das Smartphone miteinander oder geben per App Fertigungsbefehle.

Die Digitale Transformation betrifft alle Bereiche der Gesellschaft und verändert besonders die Industrie. Sie ermöglicht effizientere Produktionsabläufe, aber auch die Herstellung von Einzelteilen nach individuellen Kundenwünschen: Dank autonomer Maschinen und 3D-Druckern werden Einzelstücke zum Preis von Massenware erhältlich sein. Für Unternehmen bedeutet das hohen Innovationsdruck, damit sie technisch auf dem Laufenden bleiben und nicht im globalen Wettbewerb zurückfallen. Gleichzeitig bringt die Digitalisierung aber auch die Chance mit sich, neue Geschäftsmodelle und Produkte zu entwickeln.

Zukunftsprognosen der Bundesregierung

Dass die Digitalisierung eines der Schlüsselthemen für die deutsche Wirtschaft ist, hat auch das Bundeswirtschaftsministerium inzwischen erkannt und im vergangenen Jahr ein Weißbuch herausgegeben, das sich mit Strategien zur Digitalisierung „made in Europe“ beschäftigt. Darin gibt sich das Ministerium optimistisch: Bis 2025 eröffne die Digitalisierung der Industrie in Deutschland ein zusätzliches kumuliertes Wertschöpfungspotenzial von 425 Milliarden Euro. Außerdem prognostiziert das Ministerium Produktivitätssteigerungen bis zu 30 Prozent, eine jährliche Effizienzsteigerung von 3,3 Prozent und jährliche Kostensenkungen von 2,6 Prozent.

Deutschland, ein Digitalisierungs-Nachzügler?

Diese Zahlen können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Deutschland den internationalen 4.0-Pionieren hinterherhinkt. Während die USA bereits 18 Prozent ihres Digitalisierungspotenzials ausschöpfen, kommt Deutschland laut einer Studie des McKinsey Global Institutes gerade mal auf zehn Prozent. Diese Bewertung basiert auf einer umfassenden Analyse von 21 Indikatoren, zu denen unter anderem Unternehmensinvestitionen im Hard- und Softwarebereich, Social-Media-Nutzung und die Qualifizierung von Mitarbeitern gehören. Auch im Vergleich der 28 EU-Staaten (hier internen Link zu Artikel einpflegen) erreicht Deutschland mit Platz 11 lediglich eine mittlere Position und fällt hinter die skandinavischen Pioniere Dänemark, Finnland und Schweden weit zurück.

Digitale Strategien für Unternehmen

Die Digitalisierung der Wirtschaft verlangt mehr als Breitband-Internet und staatliche Investitionen. Gefragt sind Unternehmer, die gegenüber digitalen Technologien offen sind und in die Zukunft investieren. Wie der Monitoring-Bericht 2017 zeigt, holt der deutsche Mittelstand allmählich auf. Der Digitalisierungsgrad mittelständischer Unternehmen hat sich demnach um zwei auf 54 von 100 möglichen Punkten erhöht. So sind inzwischen 60 Prozent der Unternehmen mit ihren Geschäftskunden digital vernetzt und 20 Prozent arbeiten mit Partnern aus der eigenen Branche zusammen, um Know-how auszutauschen. In einer Umfrage unter 4000 mittelständischen Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 2,5 Millionen Euro gaben zudem fast zwei Drittel der Befragten an, dass sie Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen, um ihr Produktangebot zu optimieren.

Qualifizierte Arbeitnehmer als Schlüssel der Digitalisierung

Neben technischem Know-how und Investitionen benötigen Unternehmen vor allem eines, um den Sprung ins digitale Zeitalter zu schaffen: Qualifiziertes Personal. Viele Unternehmen geben an, dass sie die Digitalisierung nicht vorantreiben können, weil qualifizierte Fachkräfte fehlen.  In Zukunft wird es daher immer wichtiger, im „War for Talents“ mit attraktiven Arbeitsbedingungen Personal zu gewinnen. Die Stichwörter hier heißen Work-Life-Balance, Vereinbarkeit von Beruf und Familie und Digital Workplace.

Der Status Quo der Digitalisierung in Deutschland ist somit durchwachsen, mit einer positiven Tendenz. Gerade kleine und mittlere Unternehmen müssen aktiv werden, damit sie den Anschluss an die Global Player nicht verlieren. Mit attraktiven Arbeitsbedingungen und staatlicher Unterstützung können sie die digitale Revolution jedoch bewältigen.

Sven Zuschlag

Sven Zuschlag (CEO)

Sven Zuschlag

Als Vorstand der smapOne AG liegt der Schwerpunkt von Sven Zuschlag auf Strategie und Sales & Marketing. Bis 2014 leitete er den Solution-Partner-Channel bei Microsoft. Als Vertriebsleiter verantwortete er 200 direkt betreute Lösungs-Partner mit ungefähr 550 Niederlassungen. Als studierter Diplom-Betriebswirt mit über 18 Jahren Berufserfahrung in verschiedenen Unternehmen und Rollen kennt er die Trends und die Anforderungen von Unternehmen an moderne IT genau.

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