Am von Sven Zuschlag in Industrie 4.0

Wie Sie erfolgreich ein digitales Unternehmensleitbild entwickeln

Ein Unternehmensleitbild bietet Mitarbeitern Orientierung und Sicherheit und sichert Unternehmen bei erfolgreicher Umsetzung eine digitale Zukunft. Lesen Sie jetzt, was ein digitales Unternehmensbild konkret bedeutet und wie Sie dies entwickeln.

Auf dem Bild sieht man einen Mann, der ein Handy hält und an einer Pinnwand steht und dort steht auf einem Zettel "Dont go Back".

Um die digitale Transformation erfolgreich zu meistern, sind Unternehmen auf das Engagement ihrer Mitarbeiter angewiesen. Auf dem Weg zur Industrie 4.0 sind Mitarbeiter ein entscheidender Schlüsselfaktor, um das eigene Geschäftsmodell zukunftsfähig zu gestalten. Vor allem hochqualifizierte Angestellte mit digitalem Mindset, die sich mit ihrem Arbeitgeber identifizieren und digitale Innovationen schnell adaptieren, spielen eine wichtige Rolle bei der digitalen Transformation. Wenn der Weg zum Business 4.0 transparent gestaltet und kommuniziert wird, lassen sich auch langjährige und digital weniger affine Mitarbeiter von den positiven Veränderungen im Unternehmen überzeugen. Diesen gesamten Prozess unterstützt ein digitales Unternehmensleitbild.

Was Sie in diesem Artikel über ein digitales Unternehmensleitbild lernen:

  • Ein Unternehmensleitbild bietet Mitarbeitern Orientierung und unterstützt sie bei der digitalen Transformation.
  • Es definiert den Unternehmenszweck und gibt Antworten auf wichtige Leitfragen.
  • Damit das Leitbild authentisch wirkt, sollte es gemeinsam mit Mitarbeitern aller Hierarchieebenen erarbeitet werden.

Lesen Sie jetzt weiter, um zu erfahren, was ein Unternehmensbild konkret bedeutet und wie Sie dies entwickeln.

Die Bedeutung einer positiven Innenwirkung

Der Wandel eines Unternehmens beruht in hohem Maße auf einer positiven Innenwirkung. Diese wird durch ein Leitbild unterstützt, das die Identität der Firma definiert und Orientierung im täglichen Handeln stiftet. Es dient als Ausgangspunkt und Zielmarke für angestrebte Neuerungen und bietet den Mitarbeitern daher Handlungssicherheit. Diese Vorzüge werden auch durch Führungskräfte in Deutschland und weltweit bestätigt, die an einer Umfrage im Auftrag der Unternehmensberatung Ernst & Young teilgenommen haben. Demnach sehen 73 Prozent der Befragten ein Leitbild als Schlüssel für einen erfolgreich gestalteten Wandel an. 93 Prozent der deutschen Führungskräfte gaben an, dass ihr Unternehmen über einen klar definierten Purpose verfügt. Doch die Praxis zeigt, dass das Leitbild in vielen Fällen nur ein lebloses Dokument ist, das im Alltag von der Belegschaft nicht wahrgenommen wird. Das sollte anders sein! Wir geben Tipps dazu, was ein wirksames Leitbild auszeichnet und wie Unternehmen es gemeinsam entwickeln.

Das authentische Unternehmensleitbild - Schlüssel auf dem Weg zum Business 4.0

Ein Leitbild definiert das Selbstverständnis, die Werte und Grundprinzipien eines Unternehmens . Es wird schriftlich fixiert und richtet sich an relevante Personen inner- und außerhalb des Unternehmens. Dazu gehören Mitarbeiter, Kunden und die Öffentlichkeit - kurzum: Alle Stakeholder. Damit es Antworten für die Zukunft des Unternehmens liefert, sollte das Leitbild folgende Fragen in den Blick nehmen:

  1. Wofür stehen wir als Unternehmen? (Vision, Selbstverständnis)
  2. Was wollen wir erreichen? (Mission, Ziel)
  3. Wie wollen wir das erreichen? (Grundprinzipien, Strategie)

Untergeordnete Fragen betreffen zudem die Zukunft des Unternehmens:

  • Wie verändert sich der Markt, auf dem wir uns bewegen?
  • Welche Chancen und Risiken ergeben sich daraus?
  • Auf welche Ressourcen können wir uns stützen?
  • Welche Stärken und Schwächen zeichnen uns aus?

Zusammengefasst beschreibt das Leitbild also den Unternehmenszweck. Dazu gehören die zentralen Werte, Aktivitätsfelder und Ziele eines Betriebes. Diese Werte sind die Grundlage für die gesamte Arbeit und werden daher auch auf allen Ebenen kommuniziert: In Image-Broschüren, auf der Website, in Social-Media-Kanälen und in Pressebeiträgen.

Der Weg zum Unternehmensleitbild: Partizipativ und inklusiv

Im besten Fall ist ein Leitbild für das Unternehmen sinnstiftend und dient als Leitfaden für die tägliche Arbeit. Jeder Mitarbeiter sollte sich damit identifizieren können - und deshalb ist der Weg dorthin aufwendig.

Am Anfang steht die Ist-Analyse: Welche Werte und Regeln leben wir zur Zeit in unserem Unternehmen? Können wir diese in unserem Leitbild übernehmen oder benötigen sie eine Ergänzung? Um diese Fragen zu beantworten, bietet sich am besten eine anonyme Umfrage der Geschäftsführung unter den Angestellten aller Hierarchieebenen an. Die gesammelten Antworten  dienen als Grundlage für den Entwicklungs-Prozess, für den es verschiedene Durchführungs-Möglichkeiten gibt: Insbesondere kleine Unternehmen sollten alle Mitarbeiter in den Prozess involvieren. In kleinen Gruppen und Workshops evaluieren sie Ideen, die sie am Ende im Plenum vorstellen. Bei großen Unternehmen mit vielen Hunderten oder sogar Tausenden Mitgliedern ist ein solcher Prozess aus praktischen Gründen kaum denkbar.

Die zweite Möglichkeit ist es daher, für den Leitbildprozess Botschafter aus allen Hierarchieebenen zu suchen - vom Auszubildenden über die Sekretärin bis hin zur mittleren und höheren Leitungsebene. Damit der Findungsprozess professionell abläuft, sollte die Geschäftsführung gegebenenfalls einen externen Moderator einladen. Dieser ist dafür zuständig, die Debatten zu leiten und sie in die richtigen Bahnen zu lenken.

Unabhängig vom Weg ist echte Partizipation entscheidend, damit das Leitbild breite Akzeptanz erfährt. Die Mitarbeiter sollten auf keinen Fall den Eindruck gewinnen, dass sie lediglich bereits getroffene Entscheidungen abnicken sollen. Andernfalls wird das Leitbild grundsätzlich von der Belegschaft abgelehnt.

Erfolgreiche Unternehmensleitbilder: Best Practices

In Sachen Best Practices lohnt sich ein Blick über den Atlantik: Amerikanische Unternehmen machen vor, wie ein Leitbild seine Wirkung nach innen und außen entfaltet. Die Plattform Airbnb aus dem kalifornischen Silicon Valley versteht sich beispielsweise als Verfechterin von Werten wie Kollaboration, Authentizität und Simplizität und wirbt für dieses Selbstverständnis. Das bekommen auch die Mitarbeiter zu spüren, die unter anderem Vergünstigungen erhalten, damit sie den Service des Hauses aus Kundenperspektive erleben können.

Ebenfalls aus den USA stammt das Unternehmen Fitbit, das Fitness-Tracker herstellt. Passend zur Fitness-orientierten Kundschaft setzte sich Fitbit für die Gesundheit und das Wohlbefinden seiner Mitarbeiter ein, die kostenlos Fitnessgeräte und -kurse nutzen können und jederzeit gesunde Snacks in der Büroküche finden.

Die Beispiele verdeutlichen, dass die authentische Umsetzung eines Leitbildes das Unternehmensklima entscheidend verbessert. Somit präsentiert sich die Firma nicht nur als attraktiver Arbeitgeber im War for Talents, sondern geht auch mit besten Voraussetzungen die digitale Transformation an.

 

Sven Zuschlag

Sven Zuschlag (CEO)

Sven Zuschlag

Als Vorstand der smapOne AG liegt der Schwerpunkt von Sven Zuschlag auf Strategie und Sales & Marketing. Bis 2014 leitete er den Solution-Partner-Channel bei Microsoft. Als Vertriebsleiter verantwortete er 200 direkt betreute Lösungs-Partner mit ungefähr 550 Niederlassungen. Als studierter Diplom-Betriebswirt mit über 18 Jahren Berufserfahrung in verschiedenen Unternehmen und Rollen kennt er die Trends und die Anforderungen von Unternehmen an moderne IT genau.

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