Am von Sven Zuschlag in Arbeitsplatz der Zukunft

Digital erfolgreich dank Diversität – Die 4 Schlüsselfaktoren

Qualifiziertes Personal ist ein Schlüsselfaktor auf dem Weg zum Business 4.0. Nur Unternehmen, die engagierte Mitarbeiter mit einem digitalen Mindset für sich gewinnen können, bleiben innovativ. Wir zeigen, wie es gelingt!

Auf dem Bild sitzt links Sven Zuschlag, CEO smapOne, und rechts Christiana Vonofackou, auf einem Sofa und sprechen zusammen

Qualifiziertes Personal ist ein Schlüsselfaktor auf dem Weg zum Business 4.0. Nur Unternehmen, die engagierte Mitarbeiter mit einem digitalen Mindset für sich gewinnen können, bleiben innovativ und können die disruptiven Kräfte der Digitalisierung für sich nutzen. Viele Personaler und Top-Manager stehen daher vor der Frage, wie sie am besten harmonische und innovative Teams zusammenstellen. Ein Schlüssel zum Erfolg im digitalen Zeitalter sei Diversität, meint die Sozialpsychologin Christiana Vonofakou von der Personalberatung Russell Reynolds Associates im Interview mit smapOne. Denn in heterogenen Teams kämen unterschiedliche Sichtweisen und Kompetenzen zusammen, die für die Unternehmensstrategie von Vorteil seien. Wie handhaben Sie dieses Thema in Ihrem Unternehmen? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

Was Sie in diesem Artikel über Diversität lernen:

  • Teams, denen Menschen mit unterschiedlichen Biografien angehören, sind innovativer und treiben die digitale Transformation ihres Unternehmens eher voran.
  • Geschäftsführungen müssen ein erfolgreiches Diversity Management entwickeln, um mit gutem Beispiel voranzugehen.
  • Langfristig gelingt Diversität nur dann, wenn sie von einem Kulturwandel im Unternehmen begleitet wird.

Gutes Personal für einen erfolgreichen Wandel

Welche Eigenschaften müssen in einem Team, insbesondere in der Geschäftsführung, zusammenkommen, damit es den Herausforderungen der Zukunft offen begegnet? Diese Frage ist für die tägliche Arbeit von Christiana Vonofakou entscheidend. Bei der Personalberatung Russell Reynolds Associates, zu der mehr als 4000 Berater in 46 Büros weltweit gehören, ist sie als Executive Director für die Bereiche Leadership Assessment und Executive Search verantwortlich. In dieser Position berät sie Unternehmen bei der Digitalisierung und der Besetzung hochrangiger Führungspositionen.

Diese beiden Geschäftsbereiche sieht Christiana Vonofakou keinesfalls getrennt. Sie ist davon überzeugt, dass Unternehmen den digitalen Wandel nur dann erfolgreich bewältigen, wenn sie motiviertes Personal mit einem digitalen Mindset für sich gewinnen können.

Digitalisierung dank Diversität

Für einen erfolgreich gestalteten digitalen Wandel kommt es darauf an, dass besonders die Geschäftsführung eines Unternehmens agil ist und flexibel auf die Herausforderungen der Industrie 4.0 reagiert. Früher wie heute müssen Leader vier Schlüsselfaktoren mitbringen, um ihr Unternehmen erfolgreich zu führen. Sie müssen

  1. Teams führen
  2. Beeinflussen können
  3. Resultate zeigen und
  4. Strategien beeinflussen.

Wichtig ist zudem, dass Führungsfiguren den Spagat zwischen Disruption und Innovation bewältigen. Denn nur Unternehmen, die ihr eigenes Geschäftsmodell stetig überdenken, schaffen den Sprung ins digitale Zeitalter und lassen sich nicht von der Konkurrenz überholen. Daher ist es wichtiger denn je, dass Leader flexibel auf neue Herausforderungen reagieren.

Aus ihrer Erfahrung heraus weiß Christiana Vonofakou, dass Geschäftsführungen vor allem dann offen für innovative Lösungen sind, wenn sie sich aus verschiedenen Altersstufen, Geschlechtern und kulturellen Hintergründen zusammensetzen. Diese Multiperspektivität führt dazu, dass das Team verschiedene Lösungsansätze erarbeitet und eher geneigt ist, “out of the box” zu denken. Insofern steht Diversität in einem direkten Zusammenhang mit einer erfolgreichen Digitalisierung.

Diesen positiven Zusammenhang bestätigt auch die Studie “Delivering Through Diversity” der Unternehmensberatung McKinsey. Demnach haben Unternehmen, deren Top-Management und Belegschaft einen hohen Grad der Diversität aufweist, höhere Chancen auf eine überdurchschnittliche Profitabilität. Damit bestätigt die Studie die Ergebnisse einer Untersuchung aus dem Jahr 2015, die ebenfalls einen Zusammenhang zwischen Diversität und geschäftlichem Erfolg zeigte. Diversity sei daher nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch eine Business-Priorität, heißt es auf der Website des Unternehmens.

Erfolgreiches Diversity Management

Die meisten Unternehmen sagen inzwischen von sich, dass ihnen Diversität im täglichen Geschäft am Herzen liegt. In der Realität würden viele Führungskräfte dieses Ideal aber nicht selbst leben, sagt Christiana Vonofakou im Interview. Den Ursprung für diese Diskrepanz sieht die Expertin in der Psychologie begründet. Denn jeder Mensch habe Vorurteile, derer er sich nicht bewusst sei. “Unconscious bias” werden diese Stereotype in der Psychologie genannt. Sie führen dazu, dass Personaler oder Manager eher Personen fördern, die eine ähnliche Biografie und ähnliche Einstellungen wie sie selbst mitbringen.

Um die Diversität in Unternehmen voranzubringen, kommt der Geschäftsführung daher eine wichtige Aufgabe zu: Sie muss mit gutem Beispiel vorangehen und der gesamten Belegschaft vermitteln, dass das Unternehmen ausdrücklich unterschiedliche Talente fördern möchte. Dazu empfiehlt Christiana Vonofakou ein tiefgreifendes Diversity Management, zu dem Maßnahmen wie Workshops und Mitarbeiterschulungen gehören, aber auch eine ehrliche Bestandsaufnahme: Mit Hilfe einer inklusiven Umfrage den Mitarbeitern sollten Unternehmen abfragen, wie weit der Stand der Diversität in ihrem Unternehmen ist.

Wie ein Kulturwandel die Diversität im Unternehmen vorantreibt

In vielen Unternehmen beobachtet Christiana Vonofakou - Bezug nehmend auf die geschlechtsspezifische Diversität -, dass zwar Frauen für Top-Positionen gewonnen werden können. Diese verlassen aber oft schon nach kurzer Zeit wieder das Unternehmen. Eine Ursache für dieses Problem ist laut der Sozialpsychologin, dass die Unternehmenskultur oft sehr männlich geprägt ist und sich die wenigen Frauen frustriert zurückziehen, weil ihre Ideen nicht gleichberechtigt behandelt werden. Daher meint die Expertin, dass Quoten-Regelungen für eine gute Zusammensetzung der Teams zwar sinnvoll sei. Einen wirklich positiven Effekt könne die Diversität aber erst dann entfalten, wenn mit ihr auch ein Kulturwandel des Unternehmens einhergehe. “Sonst ist es der Aufwand, an verschiedene Talente zu gelangen, nicht wert”, meint Vonofakou. Nur in einer Kultur, die offen für neue Ideen sei und Fehler zulasse, könnten sich positive Synergien entfalten, die dem Unternehmen den Weg in die Digitalisierung ebnen.

 

Experteninterview mit Christiana Vonofakou

Sven Zuschlag

Sven Zuschlag (CEO)

Sven Zuschlag

Als Vorstand der smapOne AG liegt der Schwerpunkt von Sven Zuschlag auf Strategie und Sales & Marketing. Bis 2014 leitete er den Solution-Partner-Channel bei Microsoft. Als Vertriebsleiter verantwortete er 200 direkt betreute Lösungs-Partner mit ungefähr 550 Niederlassungen. Als studierter Diplom-Betriebswirt mit über 18 Jahren Berufserfahrung in verschiedenen Unternehmen und Rollen kennt er die Trends und die Anforderungen von Unternehmen an moderne IT genau.

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