Am von Sven Zuschlag in Branchenwissen 4.0

Transportlogistik 4.0: Best-Practices für eine digitale Zukunft des Transportwesens

Sie wollen auch im Transportwesen endlich digitale Prozesse einführen, aber wissen nicht wie? Wir zeigen Ihnen in drei ganz konkreten Best-Practice Beispielen, wie Sie Ihre Transportlogistik nachhaltig verändern.

Auf dem Bild ist ein digitales Lager zu sehen, indem Pakete von Transportrobotern transportiert werden

Auf dem Weg zu einer schlanken Lieferkette in der Industrie 4.0 kommt der Transportlogistikeine entscheidende Rolle zu: Klassische Speditionsunternehmen werden intelligenten Lösungen weichen, die die einzelnen Stufen der Wertschöpfungsketten noch intelligenter und digitaler vernetzen, als das bisher der Fall ist. Schon heute kommen Megatrends wie eine dezentrale Organisation der Logistik, Big Data und autonomes Fahren zur Anwendung. Wir stellen vier Best-Practices für eine digitale Zukunft des Transportwesens vor.

1. Anwendungsbeispiel: Transparente und digitale Arbeitsabläufe bei TX Logistik

Mit der wachsenden Zahl von Dienstleistern und Vertriebsorten wurde die Koordination der Arbeitsabläufe zu einer Herausforderung für das Unternehmen TX Logistik. Die Ansteuerung, Koordination und Überwachung der Subunternehmer musste per E-Mail oder auf dem Papier festgehalten werden. Für dieses Problem hat der Logistik-Experte im Jahr 2013 eine Lösung gefunden. Seitdem setzt TX Logistik bei der Zusammenarbeit mit Transportdienstleistern auf die Logistikplattform 4.0 catkin, die bei der gesamten Planung und Abwicklung des LKW-Vor- und Nachlaufs zum Einsatz kommt. Alle Transportdienstleister wurden digital mit TXL vernetzt und erhalten ihre Aufträge jetzt direkt per Web oder App.

Für die Mitarbeiter von TX Logistik bietet die Plattform den großen Vorteil, dass sie Arbeitsaufträge digital an Subunternehmer weiterleiten können und in Echtzeit über den Fortschritt informiert werden. Die Subunternehmer profitieren im Gegenzug von einer strukturierten Auftragskommunikation, die ihnen die Ausführung des Auftrags erleichtert. Zudem ergibt sich ein positiver Nebeneffekt bei den Buchhaltungskosten: Da bereits während der Auftragsbearbeitung eine Rechnungsprüfung erfolgt, werden Fehlbeträge vermieden.

2. Anwendungsbeispiel: Autonomer Bodenroller bei BOSCH

Bislang sind keine Transportroboter auf dem Markt, die den Anforderungen der Firma Bosch entsprochen hätten. Dieses Problem hat das Unternehmen in Kooperationen mit verschiedenen Technischen Hochschulen und Universitäten inzwischen selbst gelöst: und unter Verwendung der Bosch-Großserien preiswerte Transportroboter mit hoher Autonomie entwickelt. Sie wurden über eine Datencloud miteinander vernetzt,können deshalb mit Fertigungseinrichtungen sowie untereinander und sogar mit Mitarbeitern des Unternehmens kommunizieren.

Die Transportroboter stellen einen Paradigmenwechsel in der innerbetrieblichen Logistik von BOSCH dar. Denn anstelle starrer Förderbänder, die auch unbeladen laufen, reagieren die Transportroboter in Echtzeit auf die Anforderungen im Werk: Ähnlich wie bei dem Fahrdienstleister Uber fährt immer derjenige Transportroboter zum Material, der am nächsten ist. Auf diese Weise werden Fahrtkosten im Vergleich zu starren Förderbändern um bis zu 30 Prozent reduziert. Die intelligenten Transportroboter stellen nicht nur einen Meilenstein auf dem Weg zu autonomen Fahrzeugen her, sondern sind auch ein wesentlicher Bestandteil der smart factory im Rahmen der Industrie 4.0. “Autonome Transportsysteme sind die Vorstufe zu autonomen Fahrzeugen auf unseren Straßen. Wir wollen bereits heute beginnen, diese schwarmintelligenten und effizienten Produktionsversorger für uns zu nutzen”, sagt Andreas Hampe, Werkleiter bei Bosch Nürnberg.

3. Anwendungsbeispiel: Autonomes Fahren im Hamburger Hafen

Autonomes Fahren ist auch bei der Lastwagen-Logistik ein zukunftsweisendes Projekt. So arbeiten die Volkswagen-Tochter MAN und der Hamburger Hafen an autonom bzw. automatisiert fahrenden Lkw, die den Container- und Handlingsprozess optimieren sollen. Das Projekt TruckPilot läuft seit Oktober dieses Jahres und sieht zunächst zwei Prototypen-Trucks vor, die mit entsprechenden elektronischen Automatisierungssystemen ausgestattet sind. In drei Projektphasen sollen die Lkw vollautomatisiert die Anfahrt auf der A7 leisten und innerhalb des Container-Terminals die Ent- und Beladung autonom abwickeln. Auch wenn in der Projektphase zunächst ein geschulter Sicherheitsfahrer dabei sein wird, der die Automatisierungssysteme überwacht, zeigt das Projekt, welche Fortschritte im Bereich Transportlogistik bereits jetzt gemacht werden.

4. Lösungen aus einer Hand mit smapOne Business-Apps

Hochwertiges Fleisch, das wir besonders an den Feiertagen gerne servieren, kommt nur noch in seltenen Fällen vom Bauern nebenan. Häufig stammt es aus Südamerika, aber auch Nordamerika, Australien oder Neuseeland. Um die Qualität der Produkte zu gewährleisten, sind lückenlose Kontrollen notwendig und gesetzlich vorgeschrieben.

Für Importeure und Großhändler bedeuten diese Kontrollen einen hohen Verwaltungs- und Dokumentationsaufwand, der auf analogem Wege viel Zeit in Anspruch nimmt. Die Feburo Global Meat BV (FGM), ein niederländischer Import-Spezialist für Fleisch aus Südamerika, setzt deshalb jetzt auf eine App-Lösung von smapOne. Mithilfe einer App wird die Qualität der Fleischlieferung direkt vor Ort am Container geprüft und dokumentiert. So wird der gesamte Prozess der Warenkontrolle vereinfacht.

Am Kühlcontainer im Hafen von Rotterdam prüfen die Fachkräfte von FGM die Qualität, Temperatur und weitere Merkmale der Ware. Diese notieren sie in der App und machen Fotos zur Dokumentation, die in der App direkt mit der Ware verknüpft werden. Zusätzlich können mit der App Barcodes von Containern oder Teilen einer Lieferung eingelesen werden, um die Identifikation der Ware zu vereinfachen. Der Zustand der Ware ist damit ohne weitere Bearbeitungsschritte vollständig dokumentiert und steht zur Nachverfolgung jederzeit bereit. Die Warenkontrolle ist dank der App-Lösung nicht nur schneller, sondern auch sicherer.

Potentiale nutzen!

Die Best-Practices verdeutlichen, dass sich die Kooperationen mit anderen Unternehmen bzw. Institutionen auszahlen: Nur wer aus seinem Silodenken ausbricht und beispielsweise eine Zusammenarbeit mit Hochschulen oder Digital-Experten eingeht, kann seine Arbeitsabläufe dauerhaft optimieren. Die vorgestellten Unternehmen haben diese Notwendigkeit erkannt und sind zudem Vorreiter auf dem Weg zur Transportlogistik 4.0: Nur durch eine intelligente Vernetzung der einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette können alle Potenziale der Digitalisierung ausgeschöpft werden.

 

Sven Zuschlag

Sven Zuschlag (CEO)

Sven Zuschlag

Als Vorstand der smapOne AG liegt der Schwerpunkt von Sven Zuschlag auf Strategie und Sales & Marketing. Bis 2014 leitete er den Solution-Partner-Channel bei Microsoft. Als Vertriebsleiter verantwortete er 200 direkt betreute Lösungs-Partner mit ungefähr 550 Niederlassungen. Als studierter Diplom-Betriebswirt mit über 18 Jahren Berufserfahrung in verschiedenen Unternehmen und Rollen kennt er die Trends und die Anforderungen von Unternehmen an moderne IT genau.

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