Am von Sven Zuschlag in Branchenwissen 4.0

Informationslogistik 4.0: Datengetrieben in eine digitale Logistik

Auf dem Bild ist eine Mitarbeiterin die Datenströme analysiert

Die Informationslogistik 4.0 weist als unverzichtbares Teilgebiet der Industrie 4.0 den Weg in die digitale Zukunft. Denn die Digitalisierung lebt vor allem von einem: Daten und Informationsflüssen. Dass eine Information zu einer bestimmten Zeit genau dort ankommt, wo sie gebraucht wird, ist eine zwingende Voraussetzung für die Planung und Steuerung von logistischen Prozessen aller Art. Diese können sich ständig und innerhalb kurzer Zeit verändern. Möchte ein Unternehmen in diesem Umfeld reaktionsfähig und trotzdem effizient bleiben, bietet die Informationslogistik 4.0 die Grundlage dafür. Was sich genau hinter diesem Begriff verbirgt und welche Trends er mit sich bringt, möchten wir im folgenden Beitrag klären.

Die Informationslogistik bezeichnet allgemein den Austausch von Daten und Informationen. Speziell in der Logistikbranche ist der Informationsfluss gemeint, der parallel zur logistischen Kette, aber asynchron zum Materialfluss verläuft. Das heißt, der Informationsfluss zeigt beispielsweise den aktuellen Standort eines Pakets und dokumentiert darüber hinaus den Verlauf seiner Lieferung, sodass Ankunfts- und Auslieferungsdaten auch nach erfolgter Lieferung nachvollziehbar sind. Die Informationslogistik ermöglicht ständige Updates über den Status und die Position von Produkten oder Materialien.

Wie und mit welchen Zielen arbeitet die Informationslogistik?

Komplexe und eng verbundene Abläufe sind auf einen Informationsfluss angewiesen, der jederzeit präzise, richtig gefiltert und aktuell ist. Deshalb ist eine funktionierende Informationslogistik besonders in der Logistikbranche kaum noch wegzudenken. Just-in-Time-Lieferungen genügen in der Zukunft nicht mehr. Logistikketten sind immer häufiger direkt mit Fertigungen verzahnt und Just-in-Sequence-Lieferungen werden bald nicht nur ein Anspruch einzelner Kunden, sondern Standard sein.

Der optimale Fluss digitaler Daten

Diese enge Verbindung einzelner Wertschöpfungsbereiche führt zu Prozessketten, die besonders anfällig für Störungen sind. Die Informationslogistik 4.0 senkt das Störungsrisiko und stellt dabei sicher, dass alle Beteiligten flexibel agieren können. Mit digitalen Informationsflüssen sind sie eng vernetzt und können sich schnell, effizient und zielführend austauschen. Die Basis dafür bilden IT-Systeme, die engmaschig vernetzt sind. Industrieunternehmen nutzen bereits jetzt Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP-Systeme), die Ressourcen der Unternehmen bedarfsgerecht planen und steuern. Diese Software bietet Schnittstellen zu Lieferanten und Logistikdienstleistern. In Verbindung mit deren Systemen ergibt sich ein optimaler Informationsfluss, der sich selbst steuert und somit gewährleistet, dass jeder Beteiligte rechtzeitig für ihn wichtige Informationen am richtigen Ort erhält.

Der digitale Wertschöpfungsprozess im Blick

Die Verknüpfung von Logistik und IT schafft einen digitalen Wertschöpfungsprozess, von dem jedes (Logistik-)Unternehmen profitieren kann. Logistische Prozesse, egal ob im Lager oder beim Transport, werden stark beschleunigt, denn die neuen Technologien erleichtern und verschlanken viele Arbeitsabläufe. Die Informationslogistik 4.0 arbeitet datengetrieben. Das heißt beispielsweise, dass entlang der Lieferkette ständig Daten erhoben werden: Unter anderem über die Dauer eines Lieferabschnitts, Zwischenlagerungen oder auch transportierte Waren, an deren Auslieferung mehrere Unternehmen beteiligt waren. Anhand dieser Daten können Unternehmen ihre Lieferketten kritisch hinterfragen, überprüfen und schließlich optimieren.

Informationslogistik trifft Logistik 4.0: Eine zukunftsträchtige Verbindung

Die Logistik 4.0 kommt durch die Informationslogistik erst richtig in Fahrt, denn sie ermöglicht die umfassende Vernetzung aller Schnittstellen. Der Handelsriese Amazon nimmt eine Pionierrolle in der autonomen Lagerlogistik ein und zeigte schon im Jahr 2012 das Warenlager der Zukunft mit dem Einsatz von Lagerrobotern, die untereinander, mit Regalen sowie Waren verknüpft sind. Inzwischen profitieren auch immer mehr kleine Unternehmen von vernetzten Hochregallagern oder sogar völlig autonomen Lagersystemen. Im Lager der Zukunft werden vor allem Barcodes die Schnittstellen zwischen physischer und realer Welt bilden. Die Ware der physischen Welt ist mit einem Datensatz verknüpft, der diese näher beschreibt und beispielsweise Informationen zur Bezeichnung und Art der Ware, Position, Fälligkeitsdaten oder Arbeitsanweisungen enthält. Über den Barcode werden diese Informationen abgerufen und aktualisiert.

Anhand dieser Daten kann jede Ware sofort und ohne Umwege identifiziert und gefunden werden. Das spart nicht nur wertvolle Zeit der Logistikmitarbeiter, sondern ermöglicht es sogar, diese bei der körperlichen Lagerarbeit völlig zu entlasten. Roboter oder automatisierte Regalsysteme arbeiten rund um die Uhr und übernehmen schweres Heben und Transportieren. Die Roboter entnehmen selbstständig die richtige Ware aus den Regalsystemen und bringen sie beispielsweise zu einem Sammelpunkt oder folgen anderen Arbeitsanweisungen, die im Datensatz hinterlegt sind. Eine effiziente Informationslogistik ist die Grundlage für dieses Lager der Zukunft.

Auf der Datenautobahn Richtung Zukunft

Informationslogistik 4.0 ist ein wichtiger Bestandteil der Logistik 4.0, ohne den eine Entwicklung zu autonomen Prozessabläufen nicht möglich ist. Intelligent gesteuerte Informationsflüsse bilden die Grundlage für die Transportlogistik 4.0 und die Lagerlogistik 4.0. Darum beginnt die Logistik der Zukunft bei der Vernetzung aller Schnittstellen innerhalb einer Lieferkette und führt weiter zur Vernetzung von Regalen mit Robotern.

Eine datengetriebene Logistik stellt alle relevanten Informationen pünktlich dort bereit, wo sie gebraucht werden. Das spart Zeit und Kosten und sorgt für eine geringere Fehlerquote in den Logistikprozessen. Zukünftig sind diese Vorteile entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit. Unternehmen, die bereits jetzt die ersten Schritte zur Digitalisierung gehen, profitieren langfristig von dieser Entscheidung. Die automatisierte Erfassung von Daten und das Vernetzen von Schnittstellen bietet bereits erste Möglichkeiten, neue Software und Technologien einzuführen. Mit der Digitalisierung der Informationslogistik sind die ersten Schritte in die Welt der Logistik 4.0 getan.

Sven Zuschlag

Sven Zuschlag (CEO)

Sven Zuschlag

Als Vorstand der smapOne AG liegt der Schwerpunkt von Sven Zuschlag auf Strategie und Sales & Marketing. Bis 2014 leitete er den Solution-Partner-Channel bei Microsoft. Als Vertriebsleiter verantwortete er 200 direkt betreute Lösungs-Partner mit ungefähr 550 Niederlassungen. Als studierter Diplom-Betriebswirt mit über 18 Jahren Berufserfahrung in verschiedenen Unternehmen und Rollen kennt er die Trends und die Anforderungen von Unternehmen an moderne IT genau.

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