Am von Sven Zuschlag in Industrie 4.0

Digitale Netzinspektion: Prüfungen dokumentieren und Nachweise sichern

Techniker dokumentiert eine digitale Netzinspektion an einer elektrischen Anlage mit einem Tablet.

Welche Anlage wurde wann geprüft? Welche Mängel wurden festgestellt und welche Maßnahmen eingeleitet? In einem hochregulierten Umfeld müssen Netzbetreiber nachweisen können, dass vorgeschriebene Prüfungen durchgeführt und erforderliche Maßnahmen umgesetzt wurden.

Doch genau dieser Nachweis wird im Arbeitsalltag häufig zur Herausforderung: Messwerte auf Papierformularen, Fotos auf mobilen Geräten, Prüfprotokolle in Excel-Tabellen. Wer einen Vorgang rekonstruieren möchte, muss die Informationen erst mühsam zusammenführen. Digitale Netzinspektionen vereinfachen diesen Prozess, indem Prüfdaten direkt vor Ort erfasst und zentral bereitgestellt werden.

 

Netzinspektionen: Hohe Anforderungen an Prüfung und Dokumentation

Als Teil der kritischen Infrastruktur unterliegt der Energiesektor besonderen Sicherheitsanforderungen. Das Energiewirtschaftsgesetz (§ 49 EnWG) verpflichtet Betreiber, Energieanlagen so zu errichten und zu betreiben, dass ihre technische Sicherheit gewährleistet ist.

Welche Prüf- und Dokumentationspflichten im Einzelnen gelten, hängt von der jeweiligen Anlage und dem einschlägigen Regelwerk ab. Beispiele sind: 

  • DIN VDE 0105-100: Regelt den sicheren Betrieb elektrischer Anlagen und enthält Anforderungen an wiederkehrende Prüfungen und deren Dokumentation.

  • DVGW-Regelwerk: Enthält technische Anforderungen für den sicheren Betrieb und die Überwachung von Gasnetzen.

  • DGUV Vorschrift 3: Regelt unter anderem die Prüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel im betrieblichen Umfeld.

Für Netzbetreiber bedeutet das: Prüfungen müssen nicht nur fachgerecht stattfinden. Je nach Anforderung müssen die durchgeführten Maßnahmen und festgestellten Mängel zudem nachvollziehbar dokumentiert werden. Fehlen die entsprechenden Nachweise, lässt sich die ordnungsgemäße Durchführung im Zweifelsfall nur schwer belegen.

Mehr erfahren: Wie digitale Prozesse die Dokumentation rund um die DIN VDE 0105-100 und die Netzsicherheit (Blogbeitrag) einfacher machen.

 

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Wie funktioniert eine digitale Netzinspektion mit smapOne?

Mit smapOne können Netzbetreiber Prüfungen direkt vor Ort digital dokumentieren. Dafür nutzen Mitarbeitende individuell gestaltete Anwendungen, sogenannte smaps, auf ihrem Tablet oder Smartphone.

Ein Beispiel: Ein Techniker steht vor einer Trafostation und öffnet die passende digitale Checkliste. Sie führt ihn durch die vorgesehenen Prüfschritte. Er trägt Messwerte ein, dokumentiert Auffälligkeiten und ergänzt bei Bedarf Fotos. Pflichtfelder und Plausibilitätsprüfungen unterstützen eine vollständige und einheitliche Datenerfassung.

Nach Abschluss der Inspektion werden die Daten automatisch zu einem Prüfbericht verarbeitet. Sobald die Informationen übermittelt sind, können die Verantwortlichen in der Zentrale die Ergebnisse einsehen und bei festgestellten Mängeln weitere Maßnahmen veranlassen. Über eine REST-API lassen sich die Daten zudem mit bestehenden IT-Systemen verbinden.

Gerade im Netzbetrieb kommt es darauf an, dass digitale Prüfprozesse die jeweils geltenden Anforderungen berücksichtigen. Dabei unterstützt der von smapOne bereitgestellte Compliance Assistant: Er gleicht Anwendungen vor ihrer Veröffentlichung mit hinterlegten internen Vorgaben ab und hilft, mögliche Abweichungen frühzeitig zu erkennen. So werden unternehmensweite Compliance-Vorgaben direkt im Prozess berücksichtigt.

Weiterlesen im Beitrag:  Smarte Compliance-Dokumentation im Energiesektor: So punktest du als Projektleiter

 

Digitale Prüfnachweise: Welche Vorteile ergeben sich für Netzbetreiber?

  • Bessere Datenqualität: Die Möglichkeit von Pflichtfelder und vordefinierte Auswahlmöglichkeiten reduziert fehlende Angaben und Übertragungsfehler.

  • Nachvollziehbare Prüfnachweise: Messwerte, Fotos und Zeitangaben können dem jeweiligen Prüfvorgang zugeordnet werden.

  • Weniger Dokumentationsaufwand: Die vor Ort erfassten Informationen können automatisch in Prüfberichte einfließen.

  • Schnellere Maßnahmenverfolgung: Verantwortliche können nach der Datenübermittlung auf Prüfergebnisse zugreifen und die Bearbeitung festgestellter Mängel koordinieren.

  • Unkomplizierte Auditvorbereitung: Zentral verfügbare Prüfberichte erleichtern die Bereitstellung von Nachweisen für interne und externe Kontrollen.

 

Praxisbeispiel: LeineNetz

Die LeineNetz GmbH nutzt smapOne, um sicherheitsrelevante Prüfungen und Tätigkeiten direkt vor Ort zu dokumentieren. Gerade im Energiesektor ist eine lückenlose Nachweisführung entscheidend, etwa bei Störungen, bei denen jeder Schritt nachvollziehbar sein muss. 

Das Ergebnis: Nachvollziehbare Dokumentation und schnell verfügbare Nachweise bei deutlich weniger Aufwand. Rund 20 Stunden spart das Team pro Woche allein im Störungsmanagement. Wichtige Informationen werden direkt vor Ort erfasst und stehen bei Prüfungen oder Rückfragen schnell zur Verfügung.

Erfolgsgeschichte lesen

 

Fazit: Netzinspektionen nachvollziehbar dokumentieren

Für Energieversorger ist die Dokumentation von Netzinspektionen mehr als eine administrative Aufgabe. Sie ist eine wichtige Grundlage, um die Einhaltung technischer und regulatorischer Anforderungen nachzuweisen.

Digitale Prüfprozesse helfen dabei, Informationen direkt vor Ort zu erfassen und erforderliche Nachweise zentral bereitzustellen. Mit smapOne lassen sich solche Abläufe ohne Programmierung gestalten und bei Bedarf an neue Anforderungen anpassen.

 

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Sven Zuschlag

CEO/Vorstand

Sven Zuschlag

Digitaler Vordenker und Vorstand der smapOne AG. Verantwortlich für Unternehmensstrategie, Märkte und Mitarbeiter. Macher und Brückenbauer innerhalb der digitalen Welt. Bis 2014 war er im Management Team bei Microsoft. Als studierter Diplom-Betriebswirt mit über 21 Jahren Berufserfahrung in verschiedenen Unternehmen und Rollen kennt er die Trends und die Anforderungen von Unternehmen an moderne IT genau.

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