Am von Sven Zuschlag in IT & Innovationsmanagement

Mitarbeiterbindung: Diese 10 Maßnahmen sollten Sie kennen

Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung sorgen für Zufriedenheit

Insgesamt kann es für ein Unternehmen teuer werden, wenn es Mitarbeitende verliert und ersetzen muss. Deshalb ist es umso wichtiger, in die Bindung und Zufriedenheit der Belegschaft zu investieren, um langfristig Kosten zu sparen und einen positiven Einfluss auf die Produktivität und die Unternehmenskultur zu haben.

 

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • Wie es um die Mitarbeiterzufriedenheit in Deutschland steht
  • Was man unter Mitarbeiterbindung versteht
  • 10 sinnvolle Maßnahmen der Mitarbeiterbindung

 

Mitarbeiterbindung ist auch 2023 ein wesentlicher Faktor für den Erfolg eines Unternehmens. Laut einer Studie von Gallup kostet es ein Unternehmen im Durchschnitt 1,5-mal das Gehalt eines Mitarbeitenden, ihn oder sie zu ersetzen. Eine weitere Studie von Oxford Economics ergab, dass die Kosten für die Einarbeitung eines neuen Angestellten im Durchschnitt bei etwa 30% des Jahresgehalts liegen, was im Schnitt rund 30.000 US-Dollar ausmacht. Wir stellen Ihnen zehn Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung vor.

So steht es um die Mitarbeiterzufriedenheit in Deutschland

Der Gallup Engagement Index für Deutschland belegte im Jahr 2022, dass 69% der Mitarbeitenden sich nicht an ihr Unternehmen gebunden fühlen. Das ist erschreckend, denn: In Zeiten des Fachkräftemangels ist die Bindung von Mitarbeitenden für Unternehmen von entscheidender Bedeutung. Eine Umfrage von Statista unter deutschen Unternehmen ergab, dass die Förderung von Weiterbildungen und Trainings, eine gute Work-Life-Balance sowie eine angemessene Vergütung und Wertschätzung der Arbeit die wichtigsten Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung sind. 

Laut einer Studie des Portals "Focus Money" gibt es jedoch noch weitere Faktoren, die ein Unternehmen zu einem attraktiven Arbeitgeber machen und so auch dessen employer branding verbessern. Dazu gehören eine angenehme Unternehmenskultur, ein gutes Betriebsklima, flexible Arbeitszeitmodelle sowie individuelle Entwicklungsmöglichkeiten. Firmen, die in diese Bereiche investieren, können die Zufriedenheit ihrer Mitarbeitenden deutlich erhöhen. 

Gute Mitarbeiterbindung ist ein Wettbewerbsvorteil, denn: Fachkräfte nutzen häufig Bewertungsportale, um zu entscheiden, ob sie sich bei einem Unternehmen bewerben. Empfehlen zufriedene Mitarbeiter die Firma weiter, steigt also damit die Chance, gutes Personal zu finden.

Was ist Mitarbeiterbindung?

Mitarbeiterbindung bezieht sich auf alle Maßnahmen, die ein Unternehmen ergreift, um seine Angestellten langfristig an die Firma zu binden. Eine erfolgreiche Mitarbeiterbindung führt zu einer höheren Arbeitszufriedenheit, Produktivität und Loyalität der Mitarbeiter. Das reduziert die Kosten, die durch Fluktuation und Einarbeitung entstehen. Im Englischen spricht man von employee retention. Die Mitarbeiterbindung kann auch mit der sogenannten employee retention rate gemessen werden.

 

Maßnahme 1 und 2: So identifizieren sich Mitarbeiter mit ihrem Arbeitgeber

1. Guter Führungsstil

Vorgesetzte oder People Officer müssen mit der Art, wie sie Mitarbeitende führen und anleiten dafür sorgen, dass diese sich wohlfühlen. Hierbei spielt Feedback eine wichtige Rolle. Feedback sollte immer sachlich und klar verständlich sein, ohne den Angestellten persönlich anzugreifen. Der Mitarbeitende muss mit neuen Erkenntnissen aus dem Feedback-Gespräch mit dem Management hervorgehen und wissen, wie er die Kritik umsetzen kann.

Die Führungskraft sollte eine gute Arbeitsumgebung für die Beschäftigten schaffen. Hier kann zum Beispiel Servant Leadership eine Schlüsselrolle einnehmen. Dabei handelt es sich um einen Führungsstil, der sich auf die Bedürfnisse und das Wohl der Mitarbeitenden konzentriert, anstatt nur darauf, die Unternehmensziele zu erreichen. Der Servant Leader setzt sich aktiv für die Mitarbeitenden ein, um deren Entwicklung zu fördern. Er legt Wert auf offene Kommunikation, Feedback und Teamwork.

Die Idee dahinter ist, dass eine zufriedene und engagierte Belegschaft bessere Ergebnisse erzielt und somit das Unternehmen als Ganzes stärkt. Servant Leadership wurde erstmals von Robert Greenleaf in den 1970er Jahren eingeführt und hat seitdem an Popularität gewonnen.

2. Moderne Unternehmenskultur

In der heutigen Arbeitswelt sind Unternehmen gefordert, flexibel auf Veränderungen zu reagieren und gleichzeitig attraktive Arbeitgeber zu sein. Dafür sind bestimmte Faktoren entscheidend. 

Eine Lernkultur, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermutigt, sich weiterzuentwickeln, ist ebenso wichtig wie eine Innovationskultur, die Raum für neue Ideen bietet und Fehler erlaubt. Eine Feedbackkultur, die regelmäßiges Feedback fördert, ermöglicht es, Stärken und Schwächen zu identifizieren und an der Verbesserung zu arbeiten. 

Flexible Arbeitsmodelle wie Remote Work und Teilzeitarbeit erhöhen die Work-Life-Balance und können somit zu einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit und Bindung beitragen.

Das Image eines Unternehmens beeinflusst zudem maßgeblich die Entscheidung, ob sich Mitarbeitende auch wohl in ihrem Job fühlen. Wer mit den Werten, Arbeitsweisen, moralischen Ansichten und vielleicht sogar mit den Produkten nicht zurechtkommt, der kann auch keine gute Arbeit leisten.

Maßnahme 3 bis 5: Weiterbildung, Career Change und mehr – So halten Sie Ihre Talente

3. Talentförderung

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Förderung Ihrer Talente. Werden Arbeitnehmer bei ihrer beruflichen Weiterentwicklung unterstützt, fühlen sie sich wahrgenommen. Weiterbildungsangebote sind dabei ein wesentlicher Aspekt: Sie helfen den Mitarbeitenden dabei, ihre Stärken zu entfalten.

Dafür benötigen Sie auch nicht zwangsweise ein großes Budget: Es gibt zahlreiche kostengünstigen Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung, die Ihr Team voranbringen – zum Beispiel Mentoring und Inhouse Schulungen. Dieses Lifelong Learning motiviert nicht nur, sondern sorgt zusätzlich für bessere Ergebnisse.

4. Career Change ermöglichen

War die Entscheidung für einen Beruf früher eine Entscheidung fürs Leben, so ist das heutzutage längst nicht mehr der Fall: Gerade auf lange Sicht kann es sein, das Mitarbeitende sich in einer anderen Rolle ausprobieren möchten. „Warum einen guten Mitarbeiter verlieren, nur weil er was anderes machen möchte?“, fragen sich immer mehr Unternehmen, zeigen sich flexibel und ermöglichen ihren Angestellten einen Career Change. So halten Sie loyale Beschäftige, die eigentlich gerne im Unternehmen bleiben wollen, aber einen anderen Karrierepfad einschlagen möchten.

5. Materielle Sicherheit bieten

Aber auch extrinsische Faktoren wie die perspektivische Gehaltsentwicklung, Corporate Benefits und Arbeitsplatzsicherheit dürfen beim Thema Personalbindung nicht unterschätzt werden. Eine Gehaltserhöhung beispielsweise zeigt dem Mitarbeitenden, dass er gute Arbeit leistet und spornt ihn noch mehr an. Auch das Gehaltsniveau sollte von Anfang an marktgerecht sein. Fühlt sich ein Angestellter unterbezahlt, wirkt sich das negativ auf seine Motivation aus.

Maßnahmen 6 bis 9: Emotionale Mitarbeiterbindung – So nehmen Sie Ihr Team mit

6. Anerkennung, aber nicht per Gießkanne!

Damit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig motiviert und dem Arbeitgeber emotional verbunden bleiben, ist die Wertschätzung ihrer Arbeit unablässig. Wichtig hierbei ist auch, Lob und Anerkennung nicht per Gießkannenprinzip zu verteilen: Schnell wirkt übermäßiges und pauschales Lob unglaubwürdig. Nehmen Sie sich die Zeit, die Anstrengungen hinter den Ergebnissen zu sehen und diese ganz konkret zu würdigen.

7. Mitarbeiter binden durch gute Kommunikation

Ein ebenso wichtiger Punkt ist Transparenz. Um Ängsten und Verärgerung zu vermeiden, ist es wichtig, die Belegschaft über Änderungen nicht im Dunkeln zu lassen. „Gute interne Kommunikation ist auch eine Art der Wertschätzung“, weiß Experte Renè Grendel. Wichtig sei, sich zu fragen: „Wann und wie kommuniziere ich?“. Führungskräfte denken häufig fälschlicherweise, sie hätten alles gesagt und alle wüssten Bescheid.

Ein klassisches Beispiel für misslungene Kommunikation laut Grendel: Das Management informiert die Abteilungsleiter und denkt, diese leiten die Information entsprechend weiter. Gibt nur einer der Teamleiter diese weiter, die Abteilung eines anderen erfährt die Neuheit aber aus der Kaffeeküche, sorgt das für Irritation. Eine transparente Kommunikation – zum Beispiel per Videocall – kann helfen, solche Missverständnisse zu vermeiden.

8. Sinnhaftigkeit und Purpose als Bindungsfaktor

Bin ich überzeugt von dem, wofür mein Unternehmen steht? Leiste ich in meiner Rolle einen sinnvollen Beitrag? Immer mehr Mitarbeitende stellen sich diese Fragen. Damit Arbeitnehmer sich mit Ihrer Organisation identifizieren können, ist es wichtig, dass sie einen Sinn in ihrer Arbeit sehen.

Doch nach wie vor verbringen sie viel Zeit mit oft als lästig und wenig sinnstiftenden empfundenen Routinetätigkeiten: So werden zum Beispiel viele Vorgänge immer noch per Zettel und Stift dokumentiert und müssen später händisch ins Digitale übertragen werden. Die Digitalisierung dieser Prozesse spart nicht nur Zeit und Nerven: Können sie sich auf spannendere, sinnstiftendere Aufgaben konzentrieren, steigert das die Motivation und somit die Bindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erheblich.

Eine Lösung dafür ist die Entwicklung von digitalen Alltagshelfern für Routineaufgaben. No-Code-Plattformen wie smapOne ermöglichen jedem Mitarbeiter - unabhängig von den IT-Experten - sich eigene Applikationen selbst zu erstellen. Diese lösen die Zettelwirtschaft ab und schaffen Freiräume für spannendere Tätigkeiten.

Viele Arbeitnehmer fragen sich zudem:" Wofür steht meine Firma? Kann ich mich damit identifizieren?" Ein klar formulierter Purpose – der Sinn und Zweck des Unternehmens – ist also ebenso von großer Bedeutung für die Personalbindung.  

9. Zeigen Sie, dass Sie sich kümmern!

Zu einem guten Personalmanagement gehört auch die Gesundheitsförderung: Jeder vierte Arbeitnehmer wird laut der Deutschen Rentenversicherung in seinem Leben berufsunfähig. Unterstützen Unternehmen ihre Mitarbeitenden mit Maßnahmen zur physischen und mentalen Gesundheit, beugen sie nicht nur sinnvoll vor, sondern steigern mit diesen Maßnahmen auch die Personalbindung. Um zum Beispiel Fällen von Überlastung vorzubeugen, kann es sich lohnen, Maßnahmen zur Burnout-Prävention zu etablieren. Yoga-Kurse oder Gutscheine fürs Fitness-Studio fördern die körperliche Gesundheit.

Maßnahme 10: Verantwortung und Mitsprache – Empowern Sie Ihre Mitarbeitenden!

Eines der wichtigsten Instrumente der Mitarbeiterbindung: Verantwortung und Teilhabe. Räumen Sie Ihren Mitarbeitenden Gestaltungsspielräume und Mitsprachemöglichkeiten ein! Geben Sie Ihren Beschäftigten die Möglichkeit, Verantwortung Projekte zu übernehmen und vermeiden Sie Mikromanagement. Werden Mitarbeitende gehört und Projekte nicht starr von oben vorgegeben, steigert das die Motivation.

Sorgen Sie dafür, dass sich Beschäftigte aktiv in Transformationsprozesse unterschiedlichster Art einbringen können. Egal ob technischer oder organisatorischer Natur, Mitbestimmung bei Transformationsvorhaben sorgt nicht nur für mehr Motivation, sondern in der Regel auch für ein besseres Ergebnis. 

Das gilt auch für Digitalisierungsprojekte. Um möglichst alle interessierten Mitarbeitenden hier einzubeziehen, ist es wichtig, die technischen Hürden niedrig zu halten. Citizen Development ist hierfür das passende Werkzeug: Können Mitarbeitende unabhängig von ihrem IT-Knowhow damit die Digitalisierung aktiv mitgestalten, fühlen sie sich mitgenommen. Davon profitiert die Mitarbeiterbindung in Ihrer Organisation ebenfalls stark.

Sie wollen wissen, wie Citizen Development Ihnen dabei helfen kann, Ihr Team noch zufriedener zu machen? 

Mehr erfahren Sie hier!

Sven Zuschlag

CEO/Vorstand

Sven Zuschlag

Digitaler Vordenker und Vorstand der smapOne AG. Verantwortlich für Unternehmensstrategie, Märkte und Mitarbeiter. Macher und Brückenbauer innerhalb der digitalen Welt. Bis 2014 leitete er den Solution-Partner-Channel bei Microsoft. Als studierter Diplom-Betriebswirt mit über 21 Jahren Berufserfahrung in verschiedenen Unternehmen und Rollen kennt er die Trends und die Anforderungen von Unternehmen an moderne IT genau.

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